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Krankenversicherung Bundeswehr: Heilfürsorge, Anwartschaft und PKV richtig absichern

Soldaten der Bundeswehr sind während der aktiven Dienstzeit über die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung nach § 30 Soldatengesetz abgesichert, umgangssprachlich Heilfürsorge genannt. Eine eigene Krankenversicherung ist im Dienst deshalb nicht nötig. Pflicht ist allerdings die Pflegepflichtversicherung, und für Familienangehörige, die Zeit nach der Dienstzeit und den Wechsel in die private Krankenversicherung gehören Absicherung und Anwartschaft früh geregelt.
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Im Dienst abgesichert

Truppenärztliche Versorgung: So sind Soldaten im Dienst abgesichert

Die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung nach § 30 Soldatengesetz ist die beitragsfreie Krankenversorgung für alle aktiven Soldaten, vom freiwillig Wehrdienstleistenden über den Soldaten auf Zeit bis zum Berufssoldaten. Sie wird über den Truppenarzt gesteuert und umfasst ärztliche Behandlung, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel sowie Krankenhausbehandlung, bei Bedarf auch bei zivilen Fachärzten und in zivilen Kliniken auf Überweisung. Eine eigene gesetzliche oder private Krankenversicherung ist im Dienst nicht nötig. Wer vor dem Dienst gesetzlich versichert war, kann die Mitgliedschaft dort freiwillig fortführen. Familienangehörige sind nicht eingeschlossen und müssen separat versichert werden, ebenso Wahlleistungen, private Auslandsreisen und der Pflegefall.

Was die truppenärztliche Versorgung leistet und wo Lücken bestehen

Im Dienst bist du gut versorgt, das stimmt. Der Irrtum beginnt bei allem, was der Truppenarzt nicht abdeckt. Genau diese Lücken holen viele Soldaten erst ein, wenn es teuer wird.

Das übernimmt die truppenärztliche Versorgung
Ärztliche Behandlung beim Truppenarzt
Arznei-, Heil- und Hilfsmittel
Krankenhausbehandlung, auf Überweisung auch in zivilen Kliniken
Hier wird es teuer!
Das übernimmt sie nicht
Deine Familie
Wahlleistungen wie Chefarzt und Einbettzimmer
Private Auslandsreisen
Der Pflegefall
Die Zeit nach der Dienstzeit

Krankenversicherung für Familienangehörige von Bundeswehrsoldaten

Deine Frau, dein Mann und deine Kinder sind über die truppenärztliche Versorgung nicht mitversichert. Je nach Einkommen und Situation läuft ihre Absicherung über die gesetzliche Familienversicherung oder eine eigene private Krankenversicherung. Welche Variante für deine Familie passt, hängt von Einkommen, Beihilfeanspruch und Familienplanung ab und gehört einmal sauber durchgerechnet.

Du willst wissen, welche Lücken bei dir offen sind? Wir prüfen deine Absicherung im Dienst, die Familie und die Anwartschaft unabhängig am ganzen Markt.

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Die Anwartschaft

Anwartschaft auf die private Krankenversicherung: Kleine oder große Anwartschaft?

Eine Anwartschaft sichert Soldaten während der Dienstzeit das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die private Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Wichtig: Sie sichert den Gesundheitszustand, nicht die Versicherungsfähigkeit. In die PKV-Vollversicherung kommst du nur, wenn du nach dem Dienst versicherungsfrei bist, etwa als Angestellter oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, als Selbstständiger oder als Beamter. Die kleine Anwartschaft friert nur den Gesundheitszustand ein und ist günstiger, Altersrückstellungen werden nicht gebildet. Die große Anwartschaft bildet zusätzlich Altersrückstellungen, wodurch der spätere Beitrag deutlich niedriger ausfällt. Empfehlung: Abschluss möglichst früh, idealerweise zu Beginn der Dienstzeit. Beide Varianten verhindern, dass nach Dienstende Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder eine Ablehnung drohen.

Kleine Anwartschaft: Funktion, Kosten und Zielgruppe

Die kleine Anwartschaft konserviert deinen Gesundheitszustand vom Tag des Abschlusses. Wechselst du später in die PKV, zählen Erkrankungen aus der Dienstzeit nicht gegen dich. Sie ist die günstige Basisvariante und passt, wenn du dir den PKV-Zugang offenhalten willst, ohne dich schon festzulegen.

Große Anwartschaft: Wann sich Altersrückstellungen lohnen

Die große Anwartschaft baut zusätzlich Altersrückstellungen auf. Dein späterer PKV-Beitrag berechnet sich dann nicht nach deinem Alter beim Wechsel, sondern nach deinem Eintrittsalter beim Abschluss der Anwartschaft, und fällt damit deutlich niedriger aus. Sie lohnt sich, wenn dein Kurs klar Richtung PKV geht, typischerweise bei Berufssoldaten und langen Verpflichtungszeiten.

Kleine gegen große Anwartschaft im Überblick
PunktKleine AnwartschaftGroße Anwartschaft
Was sie sichertGesundheitszustand wird eingefroren.Gesundheitszustand plus Altersrückstellungen.
Beitrag während der DienstzeitGünstig.Höher, dafür Vorsorge für später.
Späterer PKV-BeitragRichtet sich nach dem Alter beim Wechsel.Deutlich niedriger dank Altersrückstellungen.
Gesundheitsprüfung beim WechselEntfällt.Entfällt.
Geeignet fürSoldaten, die sich den PKV-Zugang offenhalten wollen.Soldaten mit klarem PKV-Kurs und langer Dienstzeit.
3Monate

Als Soldat auf Zeit hast du nach dem Dienstzeitende drei Monate Zeit, deine Aufnahme in eine gesetzliche Krankenkasse zu beantragen (§ 18 SVG). Der Anspruch gilt unabhängig von Alter und Gesundheitszustand, aber nur innerhalb dieser Frist. Berufssoldaten wechseln stattdessen als Versorgungsempfänger in die Beihilfe mit Restkostenversicherung.

Frist nicht verpassen und Termin sichern
Nach der Dienstzeit

Krankenversicherung nach der Bundeswehr: GKV, PKV und Pflegepflichtversicherung

Mit dem letzten Diensttag endet die truppenärztliche Versorgung, und ab dem ersten Tag danach gilt für dich die allgemeine Pflicht, krankenversichert zu sein. Als Soldat auf Zeit hast du nach § 18 SVG einen Rechtsanspruch auf Aufnahme als freiwilliges Mitglied in die gesetzliche Krankenversicherung, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach dem Dienstzeitende bei der Kasse gestellt sein.

Dazu kommt der Beitragszuschuss nach § 11b SVG: Solange du Übergangsgebührnisse beziehst, übernimmt der Bund die Hälfte der darauf entfallenden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, in der gesetzlichen Krankenversicherung genauso wie in der privaten. Berufssoldaten erhalten als Versorgungsempfänger 70 Prozent Beihilfe und sichern die restlichen 30 Prozent über eine Restkostenversicherung ab.

Gesetzlich oder privat nach der Dienstzeit: die Entscheidungsmatrix

Welche Anschlussversicherung für dich passt, hängt von Status, Dienstzeit, Gesundheit und Familie ab. Als Zeitsoldat öffnet dir § 18 SVG den Weg in die gesetzliche Kasse, eingeführt mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz 2019. Als Berufssoldat mit Beihilfeanspruch ergänzt du die Beihilfe in der Regel mit einer privaten Restkostenversicherung.

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Typischer Weg für Soldaten auf Zeit
Rechtsanspruch nach § 18 SVG, Antrag innerhalb von 3 Monaten
Beitrag nach Einkommen
50 % Beitragszuschuss auf die Übergangsgebührnisse (§ 11b SVG)
Private Krankenversicherung (PKV)
Typischer Weg für Berufssoldaten
Beihilfe plus private Restkostenversicherung
Gesundheitszustand zählt, mit Anwartschaft abgesichert
Beitragszuschuss nach § 11b SVG gilt für SaZ auch in der PKV

Oft übersehen: Die Pflegepflichtversicherung läuft unabhängig von der truppenärztlichen Versorgung und ist auch während der Dienstzeit Pflicht (§ 23 SGB XI). Wir prüfen im Vertrags-Check, ob du hier eine offene Lücke hast.

Wie du dein Einkommen absicherst, wenn du dienstunfähig wirst, liest du auf unserer SeiteDienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten

Dein Weg durch die Dienstzeit
1
Dienstbeginn

Truppenärztliche Versorgung startet

2
Früh in der Dienstzeit

Anwartschaft und Pflegepflichtversicherung regeln

3
Dienstzeitende

Truppenärztliche Versorgung endet

4
Binnen 3 Monaten

GKV oder PKV steht

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FAQs
Häufig gestellte Fragen zur Krankenversicherung bei der Bundeswehr
Sind Bundeswehrsoldaten gesetzlich oder privat krankenversichert?

Weder noch. Als Soldat bist du versicherungsfrei: Der Bund versorgt dich über die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung, du musst während der Dienstzeit also keine eigene Krankenversicherung abschließen. Versicherungsfrei heißt aber nicht verboten. Eine Anwartschaft und Zusatztarife kannst du sehr wohl haben, die private Pflegepflichtversicherung brauchst du sogar. Erst nach dem Ausscheiden wählst du zwischen GKV und PKV. Die Anwartschaft sichert dir dabei den PKV-Zugang ohne neue Gesundheitsprüfung.

Wann sollte ich als Soldat eine Anwartschaft abschließen?

So früh wie möglich, idealerweise gleich zu Beginn der Dienstzeit. Der Grund ist simpel: Die Anwartschaft friert deinen Gesundheitszustand auf den Tag des Abschlusses ein. Jede Diagnose, die später dazukommt, zählt dann nicht mehr gegen dich. Wer wartet, riskiert nach der Dienstzeit Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder eine Ablehnung.

Wer zahlt die Krankenversicherung nach Ende der Dienstzeit?

Grundsätzlich du selbst, aber nicht allein. Mit dem letzten Diensttag endet die beitragsfreie truppenärztliche Versorgung. In der gesetzlichen Kasse richtet sich dein Beitrag nach deinem Einkommen, in der privaten nach Eintrittsalter, Gesundheit und Tarif. Solange du als Soldat auf Zeit Übergangsgebührnisse beziehst, greift § 11b SVG: Der Bund übernimmt die Hälfte der auf die Übergangsgebührnisse entfallenden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, gesetzlich wie privat. Wechselst du in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, zahlt dein Arbeitgeber wie üblich seinen Anteil.

Ist meine Familie über die truppenärztliche Versorgung mitversichert?

Nein, die truppenärztliche Versorgung gilt ausschließlich für dich. Partner und Kinder brauchen eine eigene Absicherung, je nach Einkommen über die gesetzliche Familienversicherung oder privat. Rechne das früh durch, gerade bei Familienplanung: Der Beitrag hängt stark vom Eintrittsalter ab, und Kinder lassen sich meist deutlich günstiger absichern als Erwachsene.

Was passiert, wenn ich die Drei-Monats-Frist nach dem Ausscheiden verpasse?

Das Wichtigste zuerst: Mit der Frist verfällt dein Rechtsanspruch aus § 18 SVG, als freiwilliges Mitglied in eine gesetzliche Kasse aufgenommen zu werden. Danach gelten die allgemeinen Zugangsregeln, was besonders für ältere Soldaten und vorher privat Versicherte zum Problem werden kann. Dazu kommt: In Deutschland gilt die Pflicht zur Versicherung ab dem ersten Tag nach dem Dienst. Für die Zeit ohne Vertrag können Beiträge nachgefordert werden, und Behandlungskosten bleiben bis zur Klärung an dir hängen. Kläre den Anschluss deshalb vor dem letzten Diensttag, dann läuft der Übergang ohne Loch.

Brauche ich als Soldat eine eigene Pflegepflichtversicherung?

Ja. Die Pflegepflichtversicherung ist von der truppenärztlichen Versorgung unabhängig und läuft eigenständig. Für Soldaten gibt es spezielle Tarife, die häufig günstiger sind als der gesetzliche Beitrag. Ob du bereits einen Vertrag hast und ob der passt, sehen wir im Vertrags-Check. Das ist eine der Lücken, die uns am häufigsten begegnen.

Was kostet eine Anwartschaft?

Das hängt vor allem davon ab, ob du die kleine oder die große Anwartschaft wählst. Die kleine friert nur deinen Gesundheitszustand ein und ist deshalb günstig. Die große baut zusätzlich Altersrückstellungen auf, kostet mehr und senkt dafür deinen späteren PKV-Beitrag deutlich. Was sich rechnet, hängt von deiner Dienstzeit ab.

Bekomme ich nach der Dienstzeit einen Zuschuss zu meinen Krankenversicherungsbeiträgen?

Ja, als Soldat auf Zeit mit Übergangsgebührnissen. Nach § 11b SVG übernimmt der Bund während des Bezugs die Hälfte der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die auf deine Übergangsgebührnisse entfallen. Das gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung genauso wie in der privaten, bei der PKV gedeckelt auf den Betrag, der sich als freiwilliges GKV-Mitglied ergeben hätte. Der Zuschuss erstreckt sich auch auf Angehörige, die in der GKV familienversichert wären. Ob sich damit für dich die GKV oder die PKV rechnet, hängt von deinem Weg nach dem Dienst ab, genau das rechnen wir im Vertrags-Check durch.

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